Unsere Demokratie ist in Gefahr! Nur völlig blinde oder ignorante Zeitgenossen können diese Tatsache noch abstreiten. Eine ganze Reihe von Büchern zu diesem Thema ist in der letzten Zeit erschienen, so am 11. April von Gunnar Kunz im Solibro-Verlag „Achtung, Sie verlassen den demokratischen Sektor – Das Ende der Freiheit in Deutschland?“ Eine Rezension.
Wer sich mit der Materie auskennt, bzw. sich mit dem Thema schon öfter befasst hat, ist geneigt, das Fragezeichen gegen ein Ausrufezeichen auszutauschen. Zu offensichtlich sind die ganzen Vorgänge mittlerweile. Gunnar Kunz hat mit diesem Buch auf 217 Seiten inkl. unzähliger Quellenangaben eine übersichtliche und für jeden verständliche Zusammenfassung geschaffen. Sie gliedert sich in vier Bereiche:
Die Aushöhlung der Demokratie beschäftigt sich u. a. mit dem Ende der Meinungsfreiheit, der staatlichen Zensur sowie Indoktrination – nach den feuchten Träumen von Nancy Faeser am liebsten schon im Kindergarten – und den willfährigen Hilfstruppen des Staates. Demokratiefeindlichkeit wird genährt von solchen Personen aus Politik, Wirtschaft und Medien, denen es ohnehin ein Dorn im Auge ist, sich vor dem Volk für ihr Tun und Lassen rechtfertigen zu müssen. (Seite 19) Ja, schon lästig, so ein freies und selbstbestimmtes Volk mit eigenen Gedanken und Meinungen! Das muss dringend eingeschränkt werden, hauptsächlich, wenn es um „das Gute“ geht, und was das Gute ist, bestimmen wir.
Die Komplizenschaft der Medien beschreibt die Auswüchse des Meinungskartells, des Haltungsjournalismus, außerdem der medialen Doppelmoral. Mittlerweile bilden die Leitmedien jedoch eine Art Meinungskartell und hämmern im Wesentlichen dieselben Botschaften zu Finanzkrise, Flüchtlingskrise, Klimawandel, Rassismus, Feminismus, Coronamaßnahmen, Militarisierung der EU und Ukrainekrieg in die Köpfe der Bevölkerung. Botschaften, die auf wundersame Weise stets den Interessen der Regierung entsprechen. (Seite 71) Anderslautende Stimmen oder Meinungen, seien sie noch so faktenorientiert, werden entweder ignoriert oder niedergeschrien. Schlimm ist, dass sich viele Mitmenschen dieser Art der Auseinandersetzung anschließen. Entfreunden, blockieren, sperren sind die neuzeitlichen Arten der Auseinandersetzung. Dieses Verhalten eines nicht zu unterschätzenden Teils der Bevölkerung gibt eigentlich fast den größten Grund zur Sorge und ist auch Thema des nächsten Kapitels.
Vom Zeitgeist behandelt z. B. die Bedingungen des sog. Bedingungslosen Grundeinkommens, dem allgemeinen politischen Wertewandels, außerdem der Tyrannei der Empfindlichen. Wer sich heute als „links“ bezeichnet, merkt scheinbar gar nicht, dass er seine einstigen Werte mit Füßen tritt und sich der Werkzeuge derer bedient, die er zu bekämpfen vorgibt. In der Tat haben diejenigen, die heute in der linken Bewegung den Ton angeben, ihre Werte an die Elite und die Globalisierungsgewinnler verkauft. Früher bedeutete links zu sein, die Herrschenden zu kritisieren. Heute bedeutet es offenbar, Klassenkampf von oben zu führen, den Herrschenden nach dem Mund zu reden und auf die Abgehängten zu spucken. (Seite 134) Besser kann man es kaum auf den Punkt bringen! Ging man früher auf die Straße um gegen die Regierung zu demonstrieren, versammeln sich heute die „Guten“, um „gegen rechts“ zu sein, was nichts anderes bedeutet, als die Opposition zu bekämpfen und damit willfähriger Steigbügelhalter der Regierenden zu sein. Gunnar Kunz fasst das ganz hervorragend zusammen!
Historische Parallelen gibt es ebenfalls zuhauf. Denunziation, Propaganda und die Sturmtruppen der Herrschenden, die ihr „Nie wieder!“ wie eine flammende Monstranz vor sich hertragen und dabei gar nicht merken, dass sie es sind, die jene Maßnahmen bejubeln und anwenden, die einst zu den dunkelsten Zeiten des Landes geführt haben. Systematisch haben die Nationalsozialisten während der Weimarer Republik versucht, unliebsame Aufführungen von Filmen und Theaterstücken zu verhindern, etwa von Erich Maria Remarques Im Westen nichts Neues. Heutzutage bekämpfen die selbstgerechten Sittenwächter selbst Adventsgedichte, wenn sie von der falschen Person vorgetragen werden […] (Seite 172)
Bundespräsident Steinmeier betonte in einer seiner Reden, man lebe im besten Deutschland, das es jemals gegeben habe. In TV-Talkrunden wird auf entsprechend geäußerte Zweifel an der Meinungsfreiheit immer wieder darauf hingewiesen, dass derjenige doch gerade in diesem Moment offen seine Meinung sagen könne, also was wolle er eigentlich usw. Man möchte diesen Leuten in solchen Momenten Gunnar Kunz’ Buch gewissermaßen zwangsweise zum Lesen geben, obwohl man sich vielleicht nicht bei allen, so aber doch bei vielen sicher sein kann, dass sie es selbst dann nicht einsehen würden, dass hierzulande in der Debattenkultur etwas ganz extrem schiefläuft.
Ein wichtiges Buch in einer düsteren Zeit. Ein absolutes Lese-Muss!

Gunnar Kunz:
Achtung Sie verlassen den demokratischen Sektor. Das Ende der Freiheit in Deutschland?
Münster: Solibro Verlag 1. Aufl.
2024 [klarschiff Bd. 19]
ISBN 978‐3‐96079‐114‐0
Klappenbroschur; 20,5 x 13,0 cm;
224 Seiten;
Preis: 18,‐ € (D) 18,50 (A)
24,00(CH) Originalausgabe
Auch als E‐Book erhältlich:
eISBN 978‐3‐96079‐115‐7
erscheint 11.04.24

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