Es wird höchste Zeit, dass man mal wieder rauskommt! Nach gefühlt einem halben Jahr Kälte musste ich einen der ersten, wirklich schönen und warmen Tage nutzen, um mal wieder raus in die Natur zu fahren. Ziel war das Wandergebiet um die Burg Gräfenstein.
Die Burg befindet sich oberhalb von Merzalben, einem Städtchen im Biosphärenreservat Naturpark Pfälzerwald-Nordvogesen. Knapp eine Stunde Fahrt und man befindet sich auf einem wunderschön ruhig gelegenen, großen Wanderparkplatz mitten im Wald. Von dort gibt es einen Serpentinenpfad hinauf zur Burg, mein Ziel war jedoch ein knapp 9 Kilometer langer Rundweg, an dessen Ende die Erkundung der Ruine stand.
Los geht’s auf einem schmalen, unscheinbaren Wanderpfad, der sich stetig bergab durch den Wald schlängelt. Ich liebe solche Wege! Man weiß nie, was sich hinter der nächsten Kurve verbirgt. Ein Felsen? Eine Aussicht, die sich plötzlich zwischen den Bäumen auftut? Die Natur ist voller Überraschungen!



Felsen gibt es im Pfälzer Wald genug. An fast jeder Ecke kommt man an mal mehr, mal weniger großen Formationen vorbei. Wer von den wilden Schönheiten genau wie ich nicht genug bekommen kann, dem sei der Dahner Felsenweg empfohlen.



Was ich auf manchen Wanderwegen in der letzten Zeit etwas vermisst habe, waren Rastplätze, oder auch nur Bänke entlang des Wegs, wo man sich mal hinsetzen, verschnaufen und was essen oder trinken konnte. Allein auf den Premiumwanderwegen finden sich in der Regel genug Pausenmöglichkeiten, aber manchmal ist es wie verhext und man kommt an keiner einzigen, popligen Bank vorbei. Auch hier gab es – bis später auf der Burg – nur diese einzige, kleine Schutzhütte, die ich natürlich sofort angesteuert habe. Nur ein paar Meter weiter plätschert ein kleiner Bach.

Weiter geht es auf einem angenehm zu laufenden Weg entlang des Baches durch ein Tal. Dann erregt ein gravierter Felsen meine Aufmerksamkeit. Was es damit wohl auf sich hat?

Mein erster Gedanke aufgrund der Jahreszahl und den beiden Namenskürzel (?) bestätigt sich nach späterer Recherche – zum Glück – nicht. Der Stein wurde wohl zum Gedenken an jemand anderes bearbeitet, sonst hätte man das vermutlich schon längst entfernt.
Kurz darauf, nach einem ganz ordentlichen Anstieg, erblickt man dann zum ersten Mal die Burg, die sich majestätisch über dem Wald erhebt.

Anschließend nähert man sich Merzalben und eigentlich führt Komoot den Wanderer ein Stück durch den Ort, dann außenherum und schließlich zur Gräfensteinhütte, einem bewirtschafteten Ausflugslokal. Von der Hütte aus folgt man einem etwas düsteren, aber umso reizvolleren Hohlweg stetig bergauf bis auf ein Plateau, von dem es erneut recht stramm aufwärts geht, bis man schließlich die Ruine erreicht hat. An der Stelle kommt einem der Weg offen gestanden schon etwas länger vor, als nur knapp 9 Kilometer, was aber auch der Tatsache geschuldet ist, dass man nach der langen Zeit doch etwas aus der Übung ist.



Zeit, sich die schöne Ruine genauer anzusehen. Allerdings erst, nachdem man wieder zu Atem gekommen ist; das letzte Stück bis nach oben ist nochmal eine kleine Herausforderung. Dann das durchgeschwitzte Hemd wechseln, Wasser übern Kopp und los geht’s:






Ein echtes Highlight ist der begehbare Turm. Es sind zwar sogar kleine Lampen mit Bewegungsmelder eingebaut, damit man stellenweise was sieht, ich empfehle aber trotzdem eine Taschenlampe für den Aufstieg. Von oben hat man einen absolut wunderschönen Ausblick über den herrlichen Pfälzerwald mit seinen vielen Hügeln und Bergen.

Traurigerweise – wie man links in der Ecke sehen kann – waren auch hier wieder Zeitgenossen unterwegs, die ihren Dreck nicht wegräumen konnten. Immer wieder schade, sowas zu sehen. Im Großen und Ganzen ist die Anlage aber dennoch sehr sauber. Hier nun der Rundblick vom Turm aus:
Nach einem erneuten, kurzen Rundgang durch die Anlage geht es dann auf dem anfangs erwähnten Burgweg wieder runter zum Parkplatz, wo der Bulli und ein heißer Kaffee warten.
Warten tu ich übrigens auch auf ENDLICH besseres Wetter für neue Ausflüge und neue Berichte. Während ich das hier schreibe, läuft die Heizung und ich sitze im Pullover vorm Rechner.
Kennt jemand von Euch einen Sonnentanz oder sowas?
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