Smörrebröd, Smörrebröd röm pöm pöm pöm – Die Kochshow aus Deutsch-Absurdistan

Wer kennt ihn nicht, den dänischen Koch aus der Muppetshow, der eigentlich Schwede ist, zumindest in der US-Version der legendären Puppen von Frank Oz. Eben jener, der völlig wirres Zeug zusammenkocht und damit nicht selten die Küche in einer gewaltigen Explosion zerlegt.

Röm pöm pöm … Aber wie komme ich darauf, ich der ich ja immer nur schimpfe und alles ganz doof finde und kein Verständnis für diverse eingeschlichene Köche aus fernen Landen habe? Also das war so:

Paderborn – Andere Zeiten, andere Essgewohnheiten: Früher ernährten sich Studenten hauptsächlich von Aldi-Dosen-Inhalten; mit der Ökobewegung köchelte Naturreis aus dem Bioladen in den WG-Küchen; seit 2015 hat vermehrt orientalisches Brauchtum Einzug gehalten. So geschehen in einem  Paderborner Studentenwohnheim, wo in einem Topf der abgetrennte Kopf eines Schafes in einem Topf vor sich hin qualmte und einen Feuerwehreinsatz auslöste.  

Laut Westfalenblatt staunte die von einer Anwohnerin alarmierte Feuerwehr nicht schlecht, als sie gewaltsam die Tür zu einem Studentenapartment im Alois-Fuchs-Weg aufbrach und die Ursache des Schwelbrandes in Augenschein nahm. Als die Einsatzkräfte einen Blick auf den Herd warfen, „schauten die Kollegen in die Augen eines Schafskopfes, der in einem Topf ohne Flüssigkeit angebrannt war.“

Ausgelöst hatte den Einsatz ein inzwischen überall gesetzlich vorgeschriebener Rauchmelder. Auf deren Alarm hin hatte eine Hausbewohnerin am Freitagabend gegen 20.15 die Feuerwehr benachrichtigt. Als diese eintraf drang bereits der Rauch aus einem gekippten Fenster im 2. Obergeschoss. Daraufhin brach der Feuerwehrtrupp die Tür auf. Mit dem Einsatz konnte buchstäblich in letzter Minute ein größerer Schaden verhindert werden. Auch Löschwasser kam nicht zum Einsatz.

„Der Topf und die stark erhitzten Elektroplatten konnten noch vor einer Brandentstehung auf einen Balkon gebracht und mit Wasser abgekühlt werden“, berichtet das Westfalen-Blatt weiter. Zum Einsatz kam auch ein mobiler Rauchschutzvorhang. Somit konnte sich der Qualm nicht auf andere Wohnungen im Haus ausdehnen. Im Anschluss daran blies die Feuerwehr mit einem Hochleistungslüfter frischen Luft in die Bude. Noch während des Einsatzes kam der „Bewohner“ – augenscheinlich ein „Mann“ – in seine Wohnung zurück. Ihm wurde in Anwesenheit der Polizei das kleine Apartment wieder übergeben.

Kaleh Pacheh oder Smalahove?

Zum Abschluss stehen hier zwei Fragen im Raum: Wo bekommt man so etwas zu kaufen und wer isst sowas? Mit einem wenig Recherche wird man fündig. Da berichtet die Zeitung derstandart von einem persischen Gericht namens „Kaleh Pacheh“. Dabei werden die Köpfe und Füße der natürlich nach Scharia-Brauch geschlachteten Tiere für etwa acht Stunden in einem aromatischen Sud gegart, dann ausgelöst und gemeinsam mit einer Schüssel der dampfenden Suppe serviert. Eine andere Spur des grenzwertigen Gerichtes weist unter den Namen „Smalahove“ nach Norwegen, wo der Kopf allerdings vorher geräuchert, eingelegt und dann nur noch drei Stunden kochen soll. Seit 1998 ist laut WIKIPEDIA allerdings die Zubereitung von Smalahove, gemäß einer EU-Richtlinie, mit dem Kopf ausgewachsener Schafe verboten, um eine Ansteckung mit Scrapie auszuschließen. Guten Appetit! (KL)

Quelle: Jouwatch

Ist das nicht was Feines? So exotisch … so vielfältig … soooo … ach, mir fällt vor lauter Begeisterung kein Wort ein. Oder doch … aber ich soll ja nicht schimpfen. Naja, unser Land verändert sich halt und jemand freut sich, so what?

Video von Youtube

Titelbild: Google/Amazon … ach, verklagt mich doch, zum Kuckuck!

8 Kommentare zu „Smörrebröd, Smörrebröd röm pöm pöm pöm – Die Kochshow aus Deutsch-Absurdistan

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  1. Vielleicht, weil so schön ist, noch ein kulinarischer Nachtrag:
    Eßen Sie immer nur Kartoffeln? Aber die kommen ja auch aus Amerika, das Kipferl und den Kaffee haben die Türken zu uns gebracht, die Powidltatschkerln und die Palatschinken, die meine Großmutter immer so gut kochte, stammen aus der böhmischen, beziehungsweise ungarischen Küche und ganz Wien war, um die vorvorige Jahrhundertwende voll von den böhmischen Köchinnen.
    So ist auch meine Großmutter, wahrscheinlich mit einem Paß der K und K Monarchie nach Wien gekommen.
    Später wurde es dann schick italienisch zu essen. Wahrscheinlich mögen Sie auch Pizza und Pasta und an mein ersten Cous Cous in Tunesien in den Neunzehnhundertachtzigerjahren kann ich mich noch gut erinnern und auch, daß sogar Martin Sellner Curry kocht, liebe Grüße, beziehungsweise guten Appetit!

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    1. Meine Güte, jetzt haben Sie’s mir aber gegeben! Die Portion schaffe ich doch im Leben nicht 🙂 Der Würze halber sei noch hinzugefügt, dass der Vergleich zwischen Pizza und dieser Absurdität aus dem Bericht doch sehr hinkt. Für den fall, dass Sie den Text gar nicht komplett gelesen haben: „Seit 1998 ist laut WIKIPEDIA allerdings die Zubereitung von Smalahove, gemäß einer EU-Richtlinie, mit dem Kopf ausgewachsener Schafe verboten, um eine Ansteckung mit Scrapie auszuschließen“ Es KÖNNTE also genau daran liegen, dass man beim ALDI eben keine Schafsköpfe erhält, dafür aber Messer, um die Tiere bei Nacht und Nebel von fremden Weiden zu stehlen und ihnen bei lebendigem Leib die Kehle aufzuschlitzen. Alles kulturbedingt, natürlich. Aber was weiß ich schon 🙂

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  2. Gelesen habe ich, glaube ich, vor einiger Zeit, die Ergänzung ihrer muslimischen Leserin, wie das mit den Schafköpfen so ist!
    Ja richtig, kulturbedingte Verschiedenheiten und Eßgewohnheiten bringen manchmal Schwierigkeiten und Verwunderung, die gelöst werden müßen, da gibt es noch ganz andere Besipiele und Leute die Schnecken, Ratten, oder was auch immer essen!
    Aber was war der Sinn ihrer Botschaft, die ich angeblich nicht verstanden oder gelesen habe, daß manche Leute halt Schafsköpfe essen und sich andere davor ekeln?
    Mag wohl sein, daß man das beim Aldi nicht kaufen kann und man dafür vielleicht besondere Gesundheitsauflagen braucht, die es wohl geben wird und zum Standardgericht, das jeden Tag auf dem Speiseplan steht, wird dieses Smalahove, von dem ich übrigens noch nie etwas gehört habe, ich gebe es zu, wohl auch nicht gehören!
    Vielen Dank also für die Information, man sieht, man lernt immer was dazu und ohne Sie zu ärgern, weil ich wohl auch ein wenig boshaft bin, „fall“ schreibt man, glaube ich, groß!
    Ich bin zwar nicht so eine Rechtschreibfanatikerin, wie Sie, aber Sie schreiben ja immer was von öfter durchlesen und nun nochmals guten Appetit, was gibt es da heute bei Ihnen, ich habe mir gerade einen Heringsalat mit Rösti gemacht!
    Was halten Sie übrigens von Beuschel, Nierndln, Hirn und Bries, essen Sie das oder ekeln Sie sie davor auch und vielleicht sollte man des Klimas wegen zur verganen Küche übergehen, die Schafe werden es einem danken!

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  3. Hey, wollen Sie mir Konkurrenz machen, Teuerste? 🙂 „Fall“ haben Sie richtig erkannt. Es gibt in manchen Kulturen Dinge, die hierzulande eben aus guten Gründen abgelehnt, wenn nicht sogar verboten sind. Krankheitsauslöser z. B. Essen ist natürlich Geschmackssache und ich halte mich an das althergebrachte. Etwas abzulehnen, weil es in unseren Breiten einfach nix verloren hat ist eine Sache, es nicht zu essen, weil man es nicht mag oder schaurig findet, eine andere. Guten Appetit jedenfalls! Ich weiß noch nicht, was es bei uns gibt. Irgendwas langweiliges, deutsches wahrscheinlich 😉

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