Mit seinen 687 Metern ist der Donnersberg nicht nur der höchste Berg der Pfalz, sondern auch ein Ort voller Geschichte, Sagen und Naturerlebnisse. Einst als Sitz des Donnergottes Donar verehrt, bietet der Berg heute Wanderern, Geschichtsinteressierten und Naturfreunden gleichermaßen ein faszinierendes Ziel. Ob beeindruckende Ausblicke, geheimnisvolle Keltenruinen oder idyllische Waldpfade – der Donnersberg vereint Kultur und Natur auf einzigartige Weise.
Natürlich ist es im Sommer sehr viel schöner auf unserem „Hausberg“. Überall ist es im Frühling und Sommer schöner! Allerdings brauchten die beiden älteren Herrschaften (der Bus und ich) wieder ein bisschen Bewegung, so dass wir letzten Montag nachmittags für eine kleine Spritztour mal eben hinauf gefahren sind. Auf dem Plateau befindet sich ein großer Parkplatz, der erfahrungsgemäß vor allem am Wochenende rappelvoll ist. Direkt daneben ist ein Ausflugslokal, das derzeit allerdings (jedenfalls lt. Google) „dauerhaft geschlossen“ ist. Der unbestreitbare Vorteil von trübem und kühlem Herbstwetter: Es ist kaum ein Mensch unterwegs!
Zuerst ging es zum Sendeturm des SWR, der sich knapp 200 Meter auf dem Bergrücken in die tiefliegenden Wolken erhebt.

Folgt man dem Weg unterhalb des Turms weiter, kommt man zu einer weiteren turmartigen Konstruktion, die derzeit scheinbar saniert wird, jedenfalls schließe ich das aus der frischen Rostschutzfarbe, die an mehreren Stellen aufgetragen wurde. Ich erinnere mich, dass beim letzten Mal, als ich hier war, noch irgendwelche Sende- oder Empfangsanlagen an dem Ding montiert waren, von denen nichts mehr zu sehen ist.


Bild links: Von US Army Photo by Scene Camera Operator: Sgt Vincent R. Kitts – https://catalog.archives.gov/id/6411641, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=64025500 Bild rechts: privat
Bei dem Teil handelt es sich um die „Relaisfunkstelle Donnersberg“ die wohl von Amateurfunkern genutzt wird. Ich hab von dem ganzen Kram keine Ahnung, auf jeden Fall ist es ein ganz imposantes Bauwerk.
Weiter geht’s dann – endlich – auf einem schönen, herbstlichen Waldweg zur höchsten Erhebung in der Pfalz, dem Königsstuhl. Nicht zu verwechseln mit dem Königsstuhl in Rhens am Rhein, handelt es sich hier um den eigentlichen Gipfel des Donnersbergs mit knapp 687 Metern. Die zerklüftete Felsformation kann bestiegen werden, obenauf befindet sich ein eingelassener Steinklotz, der den höchsten Punkt markiert.




Die Fernsicht war an diesem Tag natürlich nicht so berauschend, aber der Nebel über der Landschaft hat ja auch was!
Wieder zurück am Parkplatz ging es zum Ludwigsturm. Der knapp 30 Meter hohe Aussichtsturm wurde in den Jahren 1864-65 erbaut und bietet bei klarem Wetter einen beeindruckenden Rundumblick über Rheinhessen und sogar manchmal bis zur Frankfurter Skyline. Auch der Turm ist leider derzeit wegen Sanierungsarbeiten geschlossen, wie lange, war vor Ort leider nicht zu erfahren.


In der Nähe des Turms verläuft der „Keltische Skulpturenweg„. Der ungefähr acht Kilometer lange Weg erzählt mit seinen 13 beeindruckenden Skulpturen die Geschichte der Kelten, die einst diese Region hier prägten.


Und schließlich gibt es auf dem Donnersberg den „Kelten-Rundwanderweg“. Er verläuft auf 5 Kilometern entlang einer ehemaligen, keltischen Befestigungsanlage, dem Ringwall. An einer Stelle, gleich neben dem Parkplatz, haben Archäologen ein Teilstück der Mauer rekonstruiert.

Der Donnersberg ist weit mehr als nur der höchste Punkt der Pfalz – er ist ein Ort, an dem Natur, Geschichte und Ruhe aufeinandertreffen. Wer den Aufstieg wagt (oder ganz gemütlich mit dem Auto hinauffährt) wird mit grandiosen Ausblicken, faszinierenden Spuren vergangener Zeiten und einer Atmosphäre belohnt, die zum Verweilen einlädt. Ob für eine Wanderung, einen Ausflug mit der Familie oder einfach zum Abschalten – der Donnersberg ist ein Ziel, das Körper und Seele gleichermaßen gut tut.
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