Koberner Burgpfad (Video!)

Kobern-Gondorf ist eine Stadt an der Mosel, in der der gleichnamige 16km-Rundwanderweg eigentlich beginnt. Mein Einstieg war der Wanderparkplatz „“Eiserne Hand“ nahe dem Dorf Wolken.

Von dort aus windet sich der Weg auf schmalen Trails zunächst leicht bergauf, um sich dann wieder ins Tal hinunterzuschlängeln. Das Wetter ließ an diesem Tag leider zu wünschen übrig, es war ziemlich kühl – was an sich ja nicht schlimm ist – aber auch ziemlich verregnet, zumindest auf der ersten Hälfte. Ziemlich dunkle Wolken zogen schon nach den ersten paar Kilometern auf und ließen den Gedanken an Abbruch aufkommen. Andererseits genießt man dann auch den menschenleeren Wald.

Im Nieselregen ging es schließlich weiter, bis sich die Möglichkeit zu einer ersten Pause im Trockenen bot. An einem Sauerbrunnen, abseits des Weges, gibt es eine Schutzhütte, sowie Rastbänke, ein kleiner plätschernder Bach und man erfährt, dass man sich auf einem Teilstück des „Tatzelwurm-Wanderwegs“ befindet. Die Tatzelwurmsage war mir bislang nur aus dem alpenländischen Raum bekannt, aber offensichtlich hat sich das Fabelwesen auch in Kobern-Gondorf herumgetrieben (und tut es vielleicht heute noch?), so dass man ihm eine Skulptur auf dem Marktplatz sowie einen eigenen Wanderweg widmete.

 

Nach der Pause geht’s – erstmal wieder ohne Regen – weiter bergauf zur Oberburg und der Matthiaskapelle. Dieser Abschnitt bis zur Niederburg und dem Weg runter in den Ort ist schon wegen der tollen Aussicht auf Kobern-Gondorf und ins Moseltal der schönste auf der ganzen Runde. Die Matthiaskapelle befindet sich direkt neben dem trutzigen Turm der Oberburg und ist ein deutschlandweit in seiner Art einmaliges Gebäude. Der Grabeskirche in Jerusalem nachempfunden, wird angenommen, dass Ritter Heinrich II. von Isenburg-Kobern am Kreuzzug von Damiette beteiligt war. Dabei habe Heinrich das Haupt des Apostels Matthias geraubt und es nach Kobern verschleppt. (Wiki) Obendrein erinnert der Bau auf den ersten Blick an eine Templerkirche.

Der anschließende Weg zur Niederburg hat es bei dem Wetter in sich! Glitschige Steine, heftiger Wind und erneut einsetzender Regen gestalten die Überquerung der Bergkuppe einigermaßen spannend!

Die Niederburg selbst ist eine schöne, wenn auch unspektakuläre Ruine, von der man bei schönem Wetter eine wunderbare Aussicht in alle Richtungen hat. Bei meinem Besuch war alles wolkenverhangen und verhieß für den weiteren Verlauf erstmal nix Gutes.

Über einen nicht weniger spektakulären, schmalen Pfad voller Geröll und Schlamm erreicht man schließlich den Ort und kurz darauf den „offiziellen“ Startpunkt nebst Parkplatz. Von da an geht es moderat bergauf und leider beginnt es ausgerechnet in dem Moment an, richtig zu regnen! Wieder kommt der Gedanke an Abbruch, bzw. eine Abkürzung zu suchen, aber nach einem kurzen Aufenthalt in einer Schutzhütte scheint es sich dann doch etwas aufzulockern. Vielleicht hat auch die Mutter-Gottes-Statue meine Motzerei erhört, wer weiß? 😉

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Der Pfad, ein Teilstück des Moselsteigs, endet an einer asphaltierten Nebenstraße, die aus dem Wald bergauf ins Freie führt, wo ein ganz ordentlicher, kalter Wind pfeift. Nach einer weiteren kurzen Pause hab ich dann beschlossen, den vorgegebenen Weg runter ins Tal und schließlich wieder bergauf zu umgehen, weil ich, ehrlich gesagt, keine Lust auf klatschnasse Feldwege hatte. Die Nebenstraße war prima zu laufen und bot einen schönen Fernblick in die Umgebung. Sie verbindet mehrere einsam gelegene Gehöfte und schließlich trifft sie nach ein paar Kilometern wieder auf die ursprüngliche Tour. Nach einer Weile durch sonnige Felder, inklusive einer letzten Pause auf einer Anhöhe, endet die Tour wieder am Parkplatz „Eiserne Hand“. Zum Übernachten war es mir dann aber doch zu ungemütlich, so dass ich am frühen Abend wieder nach Hause gefahren bin.

Hier das Video der Tour:

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