Der Doktor und das liebe Vieh – Tierarztgeschichten

Vergangenen Freitag war es für meine beiden Jungs, Luis und Lenny, soweit. Entwaffnung beim Tierarzt. Mir tut es zwar innerlich unsagbar leid, aber ich möchte ihnen einerseits im Frühjahr Freigang ermöglichen, andererseits verhindern, dass irgendwo wieder unerwünschte Katzenkinder zur Welt kommen.

Jedenfalls haben sie es gut überstanden! So gut, dass sie sich am Wochenende schon wieder zeitweise in der Wolle hatten wie die Kesselflicker. Diese zwei verrückten Otter 🙂 Wie auch immer, auf dem Weg zum Tierarzt, sie dort abzuholen, fielen mir die beiden Bücher von James Herriot plötzlich wieder ein. „Der Doktor und das liebe Vieh“ und „Dr. James Herriot – Tierarzt“. James Herriot ist das Pseudonym des englischen Tierarztes James Alfred „Alf“ Wight, geb. 1916, verstorben 1995, der in insgesamt 8 Büchern von seinem Leben und seiner Arbeit als Landtierarzt in Yorkshire erzählt. Aus seinen Erzählungen gingen zwei Kinofilme und die bekannte BBC-Fernsehserie „Der Doktor und das liebe Vieh“ hervor, die ich in den 80ern sonntäglich verschlungen habe.

Unvergessen der exzentrische Siegfried Farnon, in dessen Praxis James als junger Tierarzt anfängt, dessen Bruder Tristan, der es lieber mit hübschen Mädels krachen lässt, als sich auf sein Veterinärstudium zu konzentrieren, die ein bisschen grummelige aber herzensgute Haushälterin Mrs. Hall und natürlich Helen, die Tochter eines wohlhabenden Bauern, in die sich James unsterblich verliebt. Unvergessen ebenso Mrs. Pumphrey, eine reiche Brauereiwitwe und ihr verhätschelter Pekinese Trickie-Woo, der an Fettleibigkeit leidet und deshalb von James zum Abnehmen mit nach Hause genommen wird, wo er einfach in Siegfrieds Hunderudel integriert wird und nach etlichem Rumtoben, geschubst und geknufft werden, wieder ein ansehnlicher, kleiner Hund wird. Was Mrs. Pumphrey zum Leidwesen ihres Gärtners Hodgekiss, der sich schon als Hundebespaßer missbraucht fühlt, nicht davon abhält, sich allen Ernstes noch ein kleines Schweinchen als Haustier zuzulegen. Wie der arme Gärtner daraufhin rechts und links zusammenbricht, hat mir damals Lachtränen verursacht.

James‘ Erzählungen von armen Bauern, die ihr Letztes hergeben würden, damit ihren Tieren geholfen wird und die den Arzt eifrig umsorgen und von arroganten, reichen Großgrundbesitzern, die noch um den Preis für die Behandlung feilschen und denen jeder Eimer warmen Wassers und ein Stück Seife zum Waschen zu viel sind, nachdem der Doktor bis zur Schulter in einer trächtigen Kuh gesteckt hat und sein Resumee „Bauern, sie sind das Salz der Erde“, sind einfach herzerwärmend.

An einer Stelle berichtet Herriot von einem jungen Kollegen, der nach einem Unfall den Tierarztberuf aufgab. Was war geschehen? Nun, um zu imponieren, fand es der angehende Doktor – heute würden wir sagen „cool“ – an das ins Rektum einer Kuh eingeführte Rohr, aus dem Blähungen entweichen sollten, ein Streichholz zu halten. Ich sehe heute noch bildlich den so herrlich beschriebenen „donnernden Feuerstrahl“ vor mir, der fauchend ins Stroh schoss und den ganzen Stall in Schutt und Asche legte.

Zwei von 8 Büchern (den Rest muss ich mir dringend noch zulegen, sowie die Serie auf DVD), die ich jedem Tierfreund nur wärmstens ans Herz legen kann!

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