Die Welt, wie wir sie kannten – Rezension

Romantrilogie von Susan Beth Pfeffer, Hardcover, Carlsen-Verlag

Die 16-jährige Miranda lebt mit ihrer Mutter und dem jüngeren Bruder Jonny ein ganz normales Leben in einer Kleinstadt. Schule, Lernen, zuhause mithelfen. Der ältere Bruder Matt geht an der Westküste aufs College. Ihr Vater lebt mit seiner neuen Frau Lisa in Springfield. Wirkliche Katastrophen in Mirandas Leben sind bestenfalls der Französischunterricht und dieses Gewese um das bevorstehende Ereignis auf dem Mond, wegen dem schon seit Wochen alle komplett aus dem Häuschen sind.

An einem  Donnerstagabend im Mai um 21:37 Uhr beobachtet Miranda mit ihrer Familie und den Nachbarn das beispiellose, astronomische Spektakel. Ein Meteor soll extrem nah und mit bloßem Auge erkennbar am Mond vorbeifliegen. Entgegen den unzähligen Berichten in den vergangenen Tagen erscheint Miranda der Meteor aber verdächtig groß zu sein. Und schließlich passiert es: Der Himmelskörper schlägt auf dem Mond ein und zwar mit solcher Wucht, dass er den Erdtrabanten aus seiner Umlaufbahn wirft und dieser näher an die Erde heranrückt. Dessen Anziehungskraft hat globale Katastrophen wie Flutwellen, Erdbeben, Vulkanausbrüche sowie damit verbundene Strom- und Telefonausfälle zur Folge. Die Zahl der Toten steigt, Seuchen und Krankheiten breiten sich aus, Lebensmittel werden knapp. Die Apokalypse hat begonnen. Für Miranda und ihre Familie beginnt ein Kampf ums tägliche Überleben. Bislang alltägliche Dinge, wie Konserven, Aspirin, fließendes Wasser und Strom werden zu Luxusgütern.

Der zweite Teil Die Verlorenen von New York spielt in New York, wo sich der Jugendliche Alex um seine zwei jüngeren Schwestern kümmern muss, nachdem die Stadt ins Chaos gestürzt und teilweise zerstört wurde. Ihre Eltern sind verschwunden und niemand weiß, ob sie zurückkommen. Ist das Großstadtleben ohnehin schon teilweise ein täglicher Kampf, wird für Alex angesichts von Plünderern und verzweifelten Menschen, die für einen warmen Mantel und etwas Essbares töten würden, jeder Schritt vor die Tür zu einem Risiko.

Der dritte Teil Das Leben, das uns bleibt führt den Leser zurück zu Miranda und ihrer Familie. Einige Zeit ist vergangen und kaum noch jemand kann sich an die Zeit vor der Katatrophe erinnern. Die meisten Nachbarn sind weggezogen oder tot, man rückt am Tisch noch näher zusammen, teilt sich kleinste Rationen, die kaum satt machen und dann steht plötzlich eines Tages Mirandas Vater mit einem Baby, ihrem Stiefbruder, vor der Tür. Und einem Jungen, zu dem sich Miranda hingezogen fühlt. Es ist Alex, den wir in Teil zwei kennengelernt haben. Der hat jedoch nur eines im Sinn. Seine ihm einzige noch verbliebene Schwester in ein Kloster in Sicherheit zu bringen.

Susan Beth Pfeffer beschreibt in den drei Büchern die Apokalypse recht anschaulich, was den Verzicht auf das bisher alltägliche angeht. Da Miranda in einer Vorstadt wohnt, bekommt sie die katastrophalen Auswirkungen nur durch Radiomeldungen mit. Mehr noch erfährt man von den Auswirkungen durch Alex‘ Geschichte. Als Fan von Apokalypse-Szenarien hätte ich mir hier und da ein bisschen mehr Action gewünscht. Andererseits macht eben der Verzicht darauf die Handlung nachvollziehbar. Ebenso sind es keine Aliens, die die Erde verwüsten, sondern ein Ereignis, wie es tatsächlich eintreten könnte. Wer schon mal Bilder von der Mondoberfläche gesehen hat, kennt die unzähligen Krater.

An manchen Stellen plätschert die Handlung vor sich hin. Auch sind alle drei Bücher keine „Pageturner“, die man nicht aus der Hand legen kann. Vielmehr eignen sie sich für Regentage auf der Couch, man kann sie auch mal ein paar Tage liegenlassen und ist trotzdem wieder in der Handlung drin. Eigentlich sind es ja Jugendromane und nix für so’n alten Sack wie mich, aber mir gefällt der Stil und – wie gesagt – mag ich Apokalypse-Szenarien. Von daher kann ich die Bücher sehr empfehlen!

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