Die Extra-Wörter zum Sonntag

In der vergangenen Woche gab es erneut genug Ereignisse, die zu betrachten sich lohnen würden. Aus gegebenem Anlass fällt der Rückblick diesmal zwar nicht ganz aus, jedoch möchte ich diesmal den ganzen Wahnsinn ausblenden und den Fokus nur auf ein Ereignis richten.Am vergangenen Mittwoch, irgendwann am Vormittag, ist unsere Kollegin und Freundin Petra überraschend verstorben.

Alle in unserem Team wussten, dass sie schwer krank war und mit einer Vielzahl von gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte. Nicht umsonst fehlte sie in den vergangenen Jahren immer wieder mal mehrere Monate am Stück, war aber immer, wenn man miteinander telefonierte oder per WhatsApp schrieb, optimistisch, dass es bald wieder aufwärts gehen würde. Ihr Optimismus war nicht gespielt, etwa um Ängste zu übertünchen oder es nach außen hin besser aussehen zu lassen, als es tatsächlich der Fall war. Nein, sie war fest davon überzeugt und auch Willens, die Steine auf ihrem Weg beiseite zu räumen.

Offenbar war einer der Steine dann doch zu schwer.

Es wird einem – sollte man „leider“ sagen? – immer erst in solchen Momenten bewusst, wie schnell alles vorbei sein kann, wie dünn das Eis ist, auf dem wir täglich so selbstbewusst wandeln, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, dass auf den nächsten Metern die Tragfähigkeit eingeschränkt sein könnte. Andererseits, wem bringt es was, ständig mit Angst durchs Leben zu gehen? Soll man jedesmal mit dem Gedanken ins Auto steigen Ohje, hoffentlich komm ich heil an? Soll man jedesmal in den Aufzug steigen und die Luft anhalten Oh Gott, hoffentlich reißen die Seile nicht?

Natürlich nicht!

Es gilt, einen gesunden Mittelweg zu finden. Das Leben zu genießen, es aber nicht unnötig zu riskieren. Auf den Körper und seine Signale zu hören, ohne jedes Zwicken gleich als apokalyptischen Reiter anzusehen. Ja, ich gebe zu, das ist alles leicht gesagt. Vor allem, wenn man gesund ist und Arztpraxen nur aus den seltenen Besuchen kennt, um eine Krankmeldung wegen Erkältung abzuholen.

Petra wird uns fehlen. Ihre lustige Art, ihre Freude als Katzennärrin über jede neue Folge von Simon’s Cat auf YouTube, ihre Verabschiedung in den Feierabend „Und knuddel mir die Mimmis!“, an mich und meine Fellnasen gerichtet. Ihr Ärger über Ungerechtigkeiten oder wenn sie von Misshandlungen an Tieren, egal welche, erfuhr. All das wird aber zugleich unsere Erinnerung an sie ausmachen.

Es gibt diesen altbekannten Spruch, der aber, wie ich finde, zeitlos gültig ist und allem Pathos zum Trotz, der ihm innewohnt, dennoch zutrifft wie kaum ein anderer:

Nur wer vergessen wird, ist wirklich tot

Und weil wir Dich nie vergessen werden, lebst Du für uns weiter, so einfach ist das.

Tschö, Petra!

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