Buchmesse-Splitter

Da war ich also doch mal wieder auf der Frankfurter Buchmesse, entgegen aller guten Vorsätze. Allerdings nur, weil am frühen Abend Dan Brown live auf der Bühne über sein neues Werk „Origin“ plauderte. Immerhin bekommt man ja nicht alle Tage einen echten Starautor zu Gesicht. Es waren eineinhalb sehr kurzweilige Stunden mit einem humorvollen und gutgelaunten Amerikaner. Sehr sympathisch fand ich, als der Moderator kurz den Faden verlor und Mr. Brown ihm zur Seite sprang und meinte, es sei ohnehin eine unglaubliche Leistung, zweisprachig live zu moderieren, er hätte davor größte Hochachtung! Well done, Mr. Brown!

Dan Brown live in Frankfurt

Bei der Gelegenheit wollte ich es nicht versäumen, dem Antaios-Verlag einen Besuch abzustatten. Nun ist der Verlag von Götz Kubitschek bekannt dafür, Bücher abseits des Mainstreams zu veröffentlichen, was ja aus linker Sicht  ü b e r h a u p t  nicht zu akzeptieren ist. Dummerweise herrscht hierzulande aber – noch – Meinungsfreiheit, weshalb die Buchmesse sich einerseits zwar veranlasst sah, Antaios einen Stand zu vermieten und deren Kohle natürlich gern einzusacken, andererseits aber ein deutliches „Zeichen gegen Rechts“ zu setzen. Zu diesem Zweck platzierte man schräg gegenüber einen Stand der lächerlichen „Amadeu-Antonio-Stiftung“, welche ja bekanntermaßen von einer ehemaligen Stasi-Spitzelin geleitet wird. Einen Bezug dieser komischen Vereinigung zur Buchmesse kann zwar niemand erkennen, aber sei’s drum.

Natürlich bekamen die den Stand umsonst zur Verfügung gestellt!

Eine Premiere gab es auch noch, also für mich zumindest. Als später in einer anderen Halle Gespräche zu einem der Neuerscheinungen von Antaios stattfanden, erlebte ich zum ersten Mal live und in Farbe die hässlichen Fratzen von Linksfaschisten. Rumplärren, Stören, Provozieren. Mehr können die nicht. Argumente? Fehlanzeige. Bezeichnend fand ich aber eines der Pappschildchen, die mutig hochgehalten wurden:

„Ihr dürft schreiben was ihr wollt – aber nicht hetzen!“

Wie niedlich. Die Links-Rot-Grün-versifften Tugendwächter entscheiden also, was geschrieben werden darf und was nicht? Was genehm ist, und was „Hetze“? Deutlicher als mit diesem kurzen „Statement“ hätte man gar nicht auf die Methoden der eigentlichen neuen Nazis hinweisen können. Selbst sind sie natürlich zu dumm, um das zu erkennen.

Kommunistische Blockwarte gegenüber unliebsamen Verlagen, Angriffe auf deren Stände, Störungen von Diskussionen und eine Buchmesseleitung, die das unterschwellig  auch noch fördert und gutheißt.

„Der neue Faschismus wird nicht sagen, ich bin der neue Faschismus. Er wird sagen, ich bin der Antifaschismus.“

Lustig war dann zum Abschluss ein Gespräch, das ich auf der Rückfahrt im Zug mitbekam. Nachdem man sich über einen – natürlich nicht erfolgten – „Naziaufmarsch“ auf der Messe echauffierte („hab ich gehört, glaube ich … (sic) ) berichtete man, dass man doch tatsächlich vor einiger Zeit von Linken angegangen worden sei, weil man einen Button trug, der ähnliche Farben wie das Logo der AfD zeigte. Man habe aber „die Jungs“ dann doch beruhigen können, indem man sie nachdrücklich auf die eigentliche Bedeutung des Buttons hinwies, der gar nichts mit der AfD zu tun hatte, Gott bewahre!

Puuh … gerade nochmal gutgegangen!

Tja, es ist eben nicht jedem ein wacher Blick gegeben, Dinge so zu sehen, wie sie wirklich sind. Linken schon mal gar nicht!

5 Kommentare zu „Buchmesse-Splitter

Gib deinen ab

  1. Jetzt war ich schon gespannt auf Ihren Beitrag, denn ich war zwar nicht live in Frankfurt habe mir aber die Videos und die Berichterstattung über die Tumulte „gegen die rechten Verlage“ angesehen und habe da eigentlich auch ein Schreiduell der Patrioten gegen den Messedirektor, der irgenwie hilflos mit seinem Mikrophon dagegestanden ist, gesehen und gelesen habe ich, daß die Messe wegen besagter Meinungsfreiheit dem „Antaios-Verlag“ Raum gegeben hat.
    Daß es dann zu Tumulten und Ausschreitungen gekommen ist, finde ich sehr schade und störend, lese aber in Ihrem Beitrag wieder Beschimpfungen oder Feststellungen, wie“ links -grün versipte Sittenwächter“, „Linksfaschisten“, etcetera und das ist auch kein gutes Klima für ein gedeihliches Nebeneinander, wo beide Seiten miteinander sprechen uind ihren Standpunkt diskutieren können, wie es ja eigentlich sein sollte!
    Denn wenn man gegen den „Antaios-Verlag“ nicht hetzten protestieren soll, dann soltle man die“Amadeo-Antonio-Stiftung“ auch nicht als „lächerlich“ bezeichnen, sondern beiden Seiten zuhören, beziehungsweise zu den Vorträgen gehen ohne die anwesenden linken zu beschimpfen!

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    1. Aha. Soso. Zuhören soll man. Sagen Sie das doch mal jenen, die das Zuhören durch ihr kindisches Geplärre unmöglich machen. Oder wegen denen es Polizei-Hundertschaften bedarf, friedliche Demonstrationen zu schützen. Oder denen, die nachts die Auslagen vom Manuscriptum-Verlag gestohlen und den Stand von Antaios mit Kaffee und Zahnpasta verdreckt haben. Eine tolle Zuhörer-Kultur, fürwahr! Wo ist denn jemals ein Vortrag von Linken durch sogenannte Rechte derartig gestört worden? Ist irgendein linker Verlag schon mal von sog. Rechten angegangen oder beschädigt worden? Sie merken schon, dass Gewalt und Störungen nur von einer Seite ausgehen?

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  2. Ja, man soll zuhören und nicht schimpfen und beleidigen, wie Sie das im obigen Artikel tun, wo Sie die Tatsachen, wenn man sie mit die entsprechenden Videos und Kommentaren vergleicht, die es darüber gibt, auch sehr verstellen!
    Denn die Buchmesse hat dem bewußten Verlag im Sinne der Meinungsfreiheit einen Stand vermietet, da wird es wahrscheinlich eine entsprechende Preisliste geben, nach der jeder Verlag einen Beitrag zu zahlen hat und natürlich wird die Messe egal, ob von „Fischer“ oder Antainos“ verdienen wollen!
    Ob es gescheit war, gegenüber den Stand der „Amadeo-Stiftung“ aufzustellen, kann man im Nachhinein diskutieren und es bei den verhärteten Fronten, die es da zu geben scheint, vielleicht als naiv und zu blauäugig bezeichnen, trotzdem sollten Sie diesen Stand genausowenig beschimpfen, wie ich auch nicht nicht die „Rechten“ beschimpen darf!
    Da kann ich, wie Sie anderer Meinung sein, darf mich auch mit einem Transparent hinstellen und „Keine Rechte auf der Messe und keine rassistischen Äußerungen!“ daraufschreiben und solcherart demonstrieren. Denn das gehört auch zur Meinungsfreiheit, daß ich das in einer Demokratie darf und eine andere Meinung, als Sie haben haben kann!
    Was ich nicht darf ist, den Stand beschimpfen und jemanden anzugreifen, mit Steine werfen, was beschädigen, Zahnpasta daraufschmieren etcetera und da da die Gemüter hier offenbar sehr hitzig sind, ist wahrscheinlich derzeit eine Gegenüberstellung beider Meinungen ohne Personenschutz und beidseitigen Bemühen, um Toleranz nicht möglich, was ich sehr schade finde und offenbar nicht gegeben war!
    Sie tragen durch ihre Äußerungen und Ihre sehr einseitigen Darstellungen aber auch zur Verschärfung des Klimas bei, denn Sie könnten statt loszuschimpfen ja auch schreiben „Ich distanziere mich von der Gewalt, die da am Samstag passierte und finde sie sehr schade!“
    Sie sollten auch nicht tun, als wäre die Gerwalt nur von den Linken, die Sie sogar „Faschisten“ nennen, gekommen, denn gehen die Meinungen, glaube ich, sehr auseinander und das kann man und das ist wahrscheinlich das Gute an der Sache, auch an den Videos sehen und was da genau wem passiert ist und ich denke, daß da schon beide Seiten beteiligt waren und Sie tragen nichts zu der Sache bei, wenn Sie sie nur einseitig darstellen und damit verfälschen!

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  3. Ich war in Wien und in Harland bei St. Pölten vor meinem Laptop und habe mich da durch das Geschehen gesurft https://literaturgefluester.wordpress.com/2017/10/15/von-frankfurt/und was die „Verfälschung“ betrifft, ein entsprechender Beitrag des österreichischen „Kuriers“ https://kurier.at/kultur/faustschlag-auf-verleger-bei-frankfurter-buchmesse/292.167.710 und ein Eintrag einer Autorin https://www.facebook.com/ohkathrina/posts/1592107230809690, die versucht, die Sache objektiv zu sehen.
    Die anderen Videos werden Sie vielleicht auch schon gesehen haben!

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