Buchmesse

Das Beste an der Buchmesse: Sie leitet zeitlich den Frühling ein. Mein letztes Mal liegt schon zwei Jahre zurück. 2015 hab‘ ich den Besuch vorzeitig abgebrochen, weil ich in den Menschenmassen fast wahnsinnig geworden bin. Völlig überhitzte Hallen und ein Lärmpegel, in dem weder von Lesungen noch von Unterhaltungen was zu verstehen war. Blieb man irgendwo stehen, – falls man überhaupt im reißenden Strom zum Stehen kam, ohne über den Haufen gerannt zu werden – wurde man angerempelt.

Nee, sorry. Das macht keinen Spaß. So interessant das dort auch ist, aber wenn man ohne Nahkampfausbildung nur Bruchstücke mitbekommt, ist mir der Aufwand zu teuer.

Nassgeschwitzt und verärgert übers rausgeschmissene Geld hab‘ ich denjenigen das Feld überlassen, denen das nichts ausmacht. Für mich nie wieder Buchmesse, weder Frankfurt noch Leipzig.

Die Wörter zum Sonntag (3)

Fangen wir mit einem Buch an. Am 18. Mai will sich Dr. Thilo Sarrazin doch glatt erdreisten, sein neues Buch „Wunschdenken“ in der Düsseldorfer Wein-Bar FeinStil vorzustellen. Das geht nach Ansicht der Linksextremisten natürlich gar nicht! Weswegen man flugs einen „Aufruf“ startete, in dem man sogar offen eine Drohung aussprach, nämlich: „Wir werden einen Auftritt von Thilo Sarrazin nicht ohne Widerspruch hinnehmen.“ Was bei Linksverstahlten „nicht ohne Widerspruch“ heißt, sieht man ja an den sich häufenden Angriffen auf Andersdenkende, wie zuletzt den Brandanschlag auf Uwe Junge von der AfD. Weiterlesen „Die Wörter zum Sonntag (3)“

Wieder einmal …

… traf es unschuldige Menschen. Das sind ganz neue und überraschende Gedanken nach den Anschlägen von New York, London, Madrid, Mumbai, Brüssel, Paris, Nizza, Burgas, Kopenhagen, Istanbul, Berlin und vielen anderen, an die sich kein Mensch mehr erinnern kann oder will. (…) Sind sie nicht niedlich, unsere hauptamtlichen Sprücheklopfer und Betroffenheitssimulanten?

Den ganzen, hervorragenden Artikel des unvergleichlichen Henryk M. Broder gibt’s auf der Achse des Guten:

http://www.achgut.com/artikel/wieder_einmal_traf_es_unschuldige_menschen

Wenn der Ticker dreimal klingelt

Habt Ihr auch so einen News-Ticker auf dem Smartphone? Von einem der vielen Nachrichtenportale? Meiner ist vom Focus und eigentlich klingelt er nicht, sondern macht dreimal tack-tack-tack für jede neue Meldung. Gestern kam er wieder mal aus dem tackern nicht raus und weil das auffällt, dachte ich mir vorurteilsbehafteter, bösartiger Rechtspopulist, der ich bin, na, wieder mal ein Moslem-Attentat irgendwo?

Ja, ich weiß. Wird höchste Zeit, dass ich bekämpft werde! Weiterlesen „Wenn der Ticker dreimal klingelt“

Tschick (2)

Das Buch:

Also es ist wirklich eine Ewigkeit her, dass ich ein Buch von Anfang bis Ende in einem Rutsch durchgelesen habe. Zuletzt war das der Fall bei Dan Brown’s „Sakrileg“. Okay, da waren es zwei Tage, weil ich anderntags wieder früh raus musste. Tschick ist lange nicht so umfangreich, aber es ist jede Zeile, jedes Wort und jede Seite wert. Es gehört zu den Geschichten, von denen man möchte, dass sie nie aufhören. Ich hab lange nicht mehr so gelacht und so mitgefiebert wie mit den beiden Jungs. Das Buch funktioniert einfach, es stimmt alles. Die Figuren, ihre Autobiographien, die Dialoge, das Lokalkolorit, alles greift ineinander wie ein gut geöltes Räderwerk. Es kommt keine einzige Sekunde Langeweile auf und wenn man es gelesen hat, möchte man glatt von vorne anfangen.

Der Film:

Es ist ja kein Geheimnis, dass Literaturverfilmungen ihrer Vorlage fast nie gerecht werden (können). Dazu ist das Medium Film auch gar nicht in der Lage. Beim Lesen entstehen bei jedem andere Bilder im Kopf, im Film übernimmt es der Regisseur, zu entscheiden, wie z. B.  der Darsteller aussieht, wie er spricht oder sich bewegt. Die wenigsten Handlungsstränge können im Film  1:1 übernommen werden, schon aus Zeit- oder Kostengründen nicht. Die letzte Verfilmung einer Geschichte, bei der ich dachte: „Wow, genau wie im Buch!“ war Stephen King’s „Stand by me – das Geheimnis eines Sommers“.

„Tschick“ ist als Verfilmung wirklich sehr gelungen und wirklich sehenswert, aber ich finde, es fehlt der Witz, der die Geschichte so lesenswert macht. Zum Beispiel habe ich mich bei der Szene, in der die Jungs nach dem NORMA-Supermarkt fragen und an diese schräge Familie mit ihren superschlauen Kindern geraten, kaputtgelacht. Im Film hat die Szene überhaupt nicht funktioniert.

Die Schauspieler waren prima, besonders, wenn man bedenkt, dass der Darsteller von Tschick (Anand Batbileg) noch nie vor der Kamera stand. Am meisten gefallen, weil nah an der Figur, die man beim Lesen im Kopf hatte, hat mir die Darstellerin der Isa (Nicole Mercedes Müller). Maik (Tristan Göbel) hatte ich beim Lesen nicht ganz so als Hänfling vor Augen und seine Off-Stimme als Erzähler war stellenweise ein bisschen vernuschelt.

Trotzdem: Absolut sehenswert!!!

http://www.tschick-film.de/#home

 

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